Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

 
 
 
 
 
 
 
 

Das Leben aus dem All

Ist Leben in der Schwerelosigkeit möglich? Und warum interessiert uns das überhaupt? Dieser und anderen „Fragen von der Erde“ gab Prof. Hon.-Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Oliver Ullrich bei der Auftaktveranstaltung zum 20-jährigen Universitätsjubiläum „Antworten aus dem Weltraum“.

Der 30. Otto-von-Guericke-Vorlesung am 14. März an der OVGU gab er den Untertitel „Unser perfekter Planet?“ - denn in seinem Vortrag über seine Forschungen an der OVGU sowie der Universität Zürich ging es um nichts weniger als die Frage nach der Entstehung des Lebens auf der Erde.

Durch einen Zufall kamen die Forscher auf die Idee, an der Außenhaut einer bereits vorbereiteten Forschungsrakete DNA aufzutragen, um zu überprüfen, ob diese den Wiedereintritt in die Erdatmosphäre überlebt. Im Klartext bedeutet das einen ersten Schritt zur Beantwortung der Frage, ob lebende Organismen aus dem Weltall auf die Erde treffen können, ohne dabei zerstört zu werden. Und tatsächlich war das Ergebnis positiv: Große Teile der DNA waren bei der nachfolgenden Untersuchung noch intakt.

Es ist eine noch sehr vorsichtige Hypothese, die sich, so betont Ullrich, wohl nie gänzlich beweisen ließe, die aus diesen und weiteren Untersuchungen folgen kann: Das Leben auf der Erde - und damit auch der Mensch - entstand durch Zellmaterial, das aus dem Weltall auf unseren Planeten gelangte. Denn das Leben entstand in einer Zeit, zu der die Erde unter starkem „Meteoritenbombardement“ stand - binnen einiger 100 Millionen Jahre. Dieser Zeitraum ist gemessen an der gesamten Existenzzeit der Erde bzw. der Weiterentwicklung von Einzellern zu Mehrzellern unheimlich kurz. Möglicherweise erreichten also damals Zellen unseren Planeten, die erst durch die spezifische Gravitation hier auf der Erde die richtige „Konfiguration“ erreichen und damit Leben möglich machen konnten.

Es klingt wie aus einem Science-Fiction-Film, was Ullrich zum 350. Jahrestag der Beendigung von Otto von Guerickes Forschungen am luftleeren Raum in seiner Vorlesung beschrieb. Aber werden uns diese Erkenntnisse etwas nützen? Diese Frage zu beantworten, erklärt Prof. Ullrich, bedarf es vermutlich noch einiger Geduld. Er warnt aber vor voreiligen Schlüssen, wie sie schon viele berühmte Menschen wie der ehemalige IBM-Chef Thomas J. Watson getroffen haben, der 1943 sagte: „Ich denke, es gibt weltweit einen Markt für vielleicht fünf Computer.“

 
Letzte Änderung: 17.06.2013 - Ansprechpartner: Webmaster
 
 
 
 
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